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Schulung mit Tatortlampen, Forensikkameras und Filterbrillen zur professionellen Bauschadensaufklärung

Seit vielen Jahren nutzt die Forensik Fluoreszenzeffekte, um verborgene Spuren sichtbar zu machen. Auch zahlreiche im Bauwesen verwendete Materialien reagieren unter kurzwelliger Beleuchtung mit charakteristischen optischen Effekten. Der Einsatz von Tatortlampen, Filterbrillen und Forensikkameras ermöglicht es, diese Reaktionen gezielt auszuwerten und wertvolle Hinweise zu gewinnen.

Prof. Dr. Andreas O. Rapp begründete dieses Forschungsfeld an der Leibniz Universität Hannover. Seither untersucht er Baustoffe mithilfe spezieller Lichtquellen, Filter und Kameras hinsichtlich ihres Fluoreszenz- und Absorptionsverhaltens. Dabei zeigte sich früh, dass forensische Bildaufnahmen häufig entscheidende Informationen liefern, die im normalen Tageslicht verborgen bleiben und wesentlich zur Aufklärung von Bauschäden beitragen.

Was Sie in dem Seminar erwartet

Nach einer Einführung in die grundlegenden Methoden und eingesetzten Geräte üben die Teilnehmenden an verschiedenen praxisnahen Trainingsstationen den Umgang mit Tatortlampen, Filterbrillen, Filtern und Forensikkameras zur Analyse von Bauschäden. Die praktische Arbeit erfolgt unter Anleitung des Referenten und kann wahlweise mit eigener oder bereitgestellter Ausrüstung in Kleingruppen durchgeführt werden.

Nutzen

  • Sie erlernen in theoretischen Lerneinheiten die Grundlagen der optischen Bau-Forensik und können diese anschließend direkt in praktischen Trainingseinheiten in Kleingruppen umsetzen.
  • Durch das praktische Training an verschiedenen Lernstationen können Sie die Handhabung von Tatortlampen, Filterbrillen und Forensikkameras üben.

Inhalte

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Einblick in die zentralen Themenfelder, die im Rahmen unserer Veranstaltung behandelt werden.

Grundlagen der optischen Bauforensik

  • Grundlegende Techniken / Entstehung von Fluoreszenz / Geräte und deren jeweilige Einsatzbereiche

Spurensuche auf mineralischen Baustoffen

  • Transparente Schimmelpilze und Feuchtespuren / VIS-Fluoreszenzbildanalyse „Doussie“ / Kurz- und langwellige Fluoreszenzverfahren sowie weitere Sondertechniken

Anwendungsbereiche der optischen Bauforensik

  • Montage von Filterhaltern / Einsatz von Filtern und Referenzmaterialien / Modifizierung des Bildstils

Manueller Weißabgleich – Theorie und Praxis

  • Einstellung eines korrekten manuellen Weißabgleichs

Praktisches Arbeiten an verschiedenen Übungsstationen

  • Transparentes Pilzmycel / Systematik von Wasserschäden / Überstrichene Wasserschäden / PUR- versus Acrylatspachtel / Dokumentenfälschungen / UV-Absorber in Sonnencremes, Fassaden, (Filter-)Gläsern, PVC-Fenstern und Fahrzeugen / Durchsicht im Infrarotbereich / Schwarzer Schimmel auf dunklem Untergrund

Zielgruppe
Angesprochen sind Sachverständige aus der Bautechnik, dem Handwerk, der Baubiologie und weiteren Fachrichtungen des Sachverständigenwesens.

Prüfung/Abschluss
Der Besuch von den jeweils 2-tägigen Kursen Modul I und II kann je nach Wunsch mit der Prüfung zur zertifizierten Fachkraft für optische Bau-Forensik im Fraunhofer IRB in Stuttgart abgeschlossen werden. Die Prüfung erfolgt am 08. Oktober 2026 in Stuttgart. An diesem Tag trifft sich der Prüfungsausschuss zur Durchführung der deutschlandweit zentralen Prüfung zur zertifizierten Fachkraft für optische Bau-Forensik im Fraunhofer IRB in Stuttgart. Die Anmeldung erfolgt nach Kursbesuch individuell – die Prüfung sowie Prüfungsgebühr ist nicht Bestandteil des Kurses – weitere Infos hierzu folgen im Kursverlauf.